Bauen, Digitalisieren, Schützen.

Die Staatliche Vermögens- und Hochbauverwaltung Baden-Württemberg (VBV) hat in einem ersten Schritt die Flächendaten ihres Gebäudebestands nahezu vollständig digital erfasst. Die Daten sind nun kontinuierlich zu pflegen und weiterzuentwickeln. Mit dem neuen Risikomanagement werden Risiken früher erkannt und so Bauprojekte kostengünstiger realisiert. Und beim Kulturgüterschutz kommen Satellitendaten zum Einsatz.

Gebäudebestand digitalisieren.

Mit über 14 Millionen Quadratmetern Gebäudefläche ist das Land einer der größten Immobilienbesitzer Baden-Württembergs. Digitale Gebäudedaten sind Voraussetzung für eine effiziente Verwaltung und Bewirtschaftung. Mit einer konsequenten Digitalisierungsoffensive hat die VBV seit Anfang 2020 nahezu 100 Prozent der grundrissbezogenen Flächendaten der landeseigenen und angemieteten Gebäude nach einem einheitlichen Standard digital aufgenommen. Damit ist ein erster wichtiger Meilenstein erreicht. Ziel ist, den digitalen Datenbestand systematisch weiterzuentwickeln. Künftig sollen weitere Informationen, insbesondere zum Gebäudezustand und zum Sanierungsbedarf, zentral und digital bereitgestellt werden. 


Auftrag der VBV ist es, den Gebäudebestand des Landes zu erhalten, weiterzuentwickeln, optimal zu nutzen und die Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Betrieb zu schaffen. Die damit zusammenhängenden Aufgaben und strategischen Entscheidungen können auf Grundlage aktueller digitaler und einheitlich auswertbarer Gebäudedaten viel zielsicherer erfolgen. 
 

+14

Millionen Quadratmeter Gebäudefläche

100

Prozent der Gebäude digital aufgenommen (nahezu)

Vielfältiger Nutzen aus den Daten.

Valide Daten ermöglichen einen exakten Überblick über verfügbare Flächen und Mietobjekte und bilden die unverzichtbare Basis für ein präzises Flächenmanagement. Darüber hinaus können die Reinigungsdienstleistungen durch die Informationen zu Bodenbelägen oder Glasflächen optimiert werden. Auch für das Energie- und Klimaschutzkonzept des Landes, das vorsieht, dass die Landesverwaltung bis 2030 klimaneutral werden soll, sind die digitalen Gebäudedaten unerlässlich. Sie bilden die Grundlage für die angestrebten Einsparungen beim Flächen- und Energieverbrauch sowie beim CO₂-Ausstoß.


Digitalisierung ist eine Daueraufgabe, denn um anhaltend von den Daten zu profitieren, müssen sie aktuell gehalten werden. Eine korrekte Datenbasis ist essenziell für belastbare Auswertungen und erhöht gleichzeitig die Akzeptanz bei allen Beteiligten. Unter dem Titel „Zwischenbilanz“ arbeitet die VBV derzeit an Konzepten zur kontinuierlichen Datenpflege, um die erreichte Datenqualität langfristig zu sichern. Hierzu gehören insbesondere die Plausibilisierung von Abweichungen im Datenbestand sowie die laufende Aktualisierung bei Veränderungen im Gebäudebestand. Dies erfordert auch künftig einen erheblichen personellen und fachlichen Aufwand. Daneben bleibt es erforderlich, die Datensysteme fortlaufend weiterzuentwickeln, um Schnittstellen zu verbessern und neue technische Möglichkeiten für die Auswertung nutzbar zu machen.

Risikomanagement bedeutet gemeinsam Lösungen zu finden

Unterstützung im Risikomanagement.

Risikomanagement beim Bauen soll den Umgang mit Risiken grundlegend verbessern, also Probleme frühzeitig erkennen, realistische Zeit- und Kostenpläne erzeugen und den Projektbeteiligten ermöglichen, bei Störungen schnell zu reagieren. 2019 wurde dafür die Stabsstelle Risikomanagement im Bundesbau Baden-Württemberg gegründet. 2020 folgte eine Strategie zur Etablierung einer gemeinsamen Risikokultur und zur Anwendung des Risikomanagements im Bundesbau. Mit Einführung der neuen Richtlinie für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes (RBBau) wird das Risikomanagement bundesweit angewendet. Im Jahr 2026 wird die Stabsstelle zentral in der Betriebsleitung Bundesbau angegliedert.


Bundesweit tätig sind derzeit sechs Kompetenzpartnerinnen und -partner an drei Standorten in Baden-Württemberg (Freiburg, Ulm, Karlsruhe). Sie unterstützen mit Projektberatungen für einzelne Projektbeteiligte sowie mit Risikoworkshops für ganze Projektteams, mit Beratung in Bauprojekten und mit Anwendungsschulungen zum Risikomanagement.

Historische Monumente im Fokus moderner Weltraumtechnologie

Kulturgutschutz aus dem Weltraum.

Die Monumente der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg sind nicht nur Zeugnisse der Vergangenheit, sie sind auch Orte technischer Pionierleistungen. So zählen die „Hemmer’schen Fünfsterne“ auf den Türmen von Schloss Schwetzingen zu den ältesten bis heute funktionstüchtigen Blitzableitern Europas. Und im Kloster Ochsenhausen wurde einst die erste Sternwarte Süddeutschlands errichtet. Sie gilt als Symbol für den Blick in den Himmel und in die Zukunft.


In diesem Geist der Innovation richteten die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg im September 2025 einen Workshop mit dem Titel „Kulturgüterschutz aus dem Weltraum – Potenziale der Nutzung von Satellitendaten“ mit Expertinnen und Experten aus ganz Europa im Schloss Heidelberg aus. Der Workshop fand in Verbindung mit dem EU-Projekt „Vocational Training Closing the Knowledge Gap on Satellite-based Services for Cultural Heritage Preservation“ (SATCULT) statt.


Der interdisziplinäre Austausch zwischen Fachleuten aus Kulturgüterschutz und Geoinformation hat gezeigt, wie wichtig der sektorübergreifende Dialog ist. Als Ergebnis entstand ein Whitepaper, das die Erkenntnisse des Workshops bündelt und Impulse für die Zukunft setzt.