Zwei Personen befinden sich auf einem halb gedeckten Dach. Eine bringt Solardachziegel an, die andere reicht ihr die Ziegel an. home_stage_outline
Übersicht
Staatliche Vermögens- und Hochbauverwaltung Baden-Württemberg

Es geht voran im Land bei Klimaschutz und Energieeffizienz.

Die Staatliche Vermögens- und Hochbauverwaltung Baden-Württemberg treibt Klimaschutz und Energieeffizienz konsequent voran. Messbare Fortschritte sind sichtbar: von der klimaneutralen Wärmeversorgung bis zum Ausbau der Photovoltaik. Ergänzt werden diese Bemühungen durch innovative Planungen wie die PV-Anlage am Landtag sowie den Einsatz neuer Tools zur Transparenz und Berücksichtigung von grauen Emissionen. 

Klimaneutrale Wärme & PV-Ausbau.

Der Energiebericht 2024 belegt: Die CO2-Emissionen der Landesliegenschaften sind seit 1990 um 66 Prozent gesunken. Dieser Erfolg basiert auf Sanierungen, erneuerbaren Energien und intelligentem Energiemanagement. Der Photovoltaik-Ausbau beschleunigt sich: Bis Ende 2023 wurden rund 168.000 Quadratmeter installiert. Allein im Jahr 2023 kamen über 32.500 Quadratmeter hinzu. Bis 2030 sollen insgesamt 600.000 Quadratmeter auf geeigneten Dächern installiert sein. Gleichzeitig wird die Wärmeversorgung klimaneutral umgestellt. Projekte wie am Universitätsklinikum Freiburg oder an der Schloss-Schule Ilvesheim zeigen, dass Wärmepumpen, Geothermie und Abwärmenutzung große Emissionsminderungen ermöglichen. Der Anschluss des Schlosses Ludwigsburg an Fernwärme spart jährlich 400 Tonnen CO2. Diese Maßnahmen werden durch das Energie- und Klimaschutzkonzept für Landesliegenschaften 2030 gesteuert. Es definiert klare Ziele und Maßnahmen zur Senkung der CO2-Emissionen. Die Grafiken zur CO2-Entwicklung und zum PV-Ausbau im Energiebericht visualisieren den Fortschritt. 

Quelle: Energiebericht 2024

Energiemanagement & Monitoring.

Effizienz entsteht durch Messen und Optimieren. An Hochschulen wie in Biberach oder Offenburg wurde ein automatisiertes Energiemanagementsystem eingeführt. Es erfasst Verbrauchsdaten zentral und erkennt auffällige Abweichungen früh. Das Technische Monitoring sichert den effizienten Betrieb von Gebäuden. Am Ersatzneubau der Hochschule Ulm oder der Landesanstalt für Bienenkunde wurden durch hydraulische Optimierungen und Fehlerkorrekturen bis zu 26 Prozent Mehrverbrauch vermieden. Durch gezielte Heizungsoptimierungen und Temperaturabsenkungen sank der Erdgasverbrauch bis 2023 um 7 Prozent. Diese Daten fließen in die jährliche CO2-Bilanz ein. Sie basiert auf wissenschaftlich fundierten Emissionsfaktoren. Beispiel: 266 Gramm CO2 werden pro Kilowattstunde für Heizöl angesetzt. Die Transparenz ist ein zentrales Kriterium. Alle Kennwerte von Stromkosten bis zum spezifischen Wärmeverbrauch sind im Energiebericht tabellarisch und grafisch dargestellt. Mehr erfahren!

Quelle: Energiebericht 2024

Das neue Tool vergleicht die Treibhausgas-Bilanz von energetischer Sanierung der Gebäudehülle und Wärmepumpen-Betrieb

CO2-Rechner für Sanierungen.

Bis 2045 sollen die Gebäude des Bundes ohne Treibhausgas-Emissionen betrieben werden. Ein wichtiger Schritt dazu ist die Reduzierung der Emissionen bei der Wärmeerzeugung. Strombasierte Wärmepumpen-Systeme haben sich hierfür als Leittechnologie etabliert. Ein ergänzender Schritt ist die Verbesserung der Gebäudehülle. Allerdings verursacht die Herstellung von Dämmungen und Fenstern Emissionen. Für die Bewertung der Auswirkungen entwickelt Bundesbau Baden-Württemberg ein Rechentool, das die Treibhausgas-Bilanz vergleicht, die sich durch die energetische Sanierung der Gebäudehülle und den Wärmepumpen-Betrieb ergibt. 


Mit dem Tool lassen sich Varianten für Sanierungen zügig vergleichen und es ermöglicht eine Dämmstoff-Vorauswahl samt Fenstertausch, die auch für Neubau-Projekte genutzt werden kann. Bundesbau Baden-Württemberg trägt damit zur Dekarbonisierung seiner Bautätigkeiten und des Gebäudebetriebs bei. Das Rechentool wird 2026 als Pilotversion veröffentlicht.

Innovation im Denkmal: PV-Anlage auf dem Landtag.

Ein Leuchtturmprojekt für die Verbindung von Klimaschutz und Denkmalpflege entstand auf dem Dach des Landtagsgebäudes in Stuttgart-Mitte. Da das 1959–1961 errichtete Gebäude als Kulturdenkmal (§ 2 DSchG) unter Schutz steht und die Fassade als gestalterisch hochwertig gilt, kam eine Standard-Photovoltaik-Anlage nicht in Frage. In enger Abstimmung mit der Denkmalpflege, dem Finanzministerium und den Architekten wurde eine maßgeschneiderte Lösung entwickelt: Rund 1.200 Quadratmeter spezieller Glas-Glas-Module wurden ab August 2025 installiert. Diese Module mit einer Nennleistung von insgesamt circa 200 kWp fügen sich optimal in die bestehende Dachkonstruktion ein.

Vogelperspektive auf das Landtagsgebäude in Stuttgart mit der neu installierten, dunklen Photovoltaik-Fläche auf dem Flachdach.

Die neue Photovoltaik-Fläche auf dem Dach des Landtags fügt sich in die bestehende Architektur ein und spart jährlich etwa 90.000 Kilogramm CO₂ ein

Technisch anspruchsvoll war die Integration in die vorhandene Konstruktion aus Lochblech-Gitterrostelementen, die als begehbares Dach ausgeführt wurde. Die neue Unterkonstruktion orientiert sich am Raster des Bestands, um die Tragstruktur und Dachdeckung nicht zu beschädigen. Der erzeugte Solarstrom wird überwiegend im Haus des Landtags und in den angrenzenden Liegenschaften genutzt. Mit dieser Investition werden jährlich etwa 90.000 Kilogramm CO₂-Emissionen vermieden – ein konkreter Beitrag zur Klimaneutralität der Landesverwaltung, der zeigt, dass auch denkmalgeschützte Gebäude aktiv zur Energiewende beitragen können.

90.000

Kilogramm CO₂-Emissionen werden jährlich vermieden