Inklusion als Daueraufgabe in den Monumenten.
Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg setzen sich seit vielen Jahren dafür ein, ihre historischen Monumente für alle Menschen zugänglich zu machen. Das Residenzschloss Ludwigsburg, die Sammlung Domnick und Schloss Heidelberg waren dabei im letzten Jahr besonders aktiv.
Günther Bayerl
Außenansicht des Residenzschlosses Ludwigsburg
Teilhabe im Residenzschloss Ludwigsburg.
Ein herausragendes Beispiel für Inklusion und Barrierefreiheit bei den Staatlichen Schlössern und Gärten ist das Residenzschloss Ludwigsburg. Es wurde für sein Engagement mit dem „Inklusion Plus Award 2025“ des Landesverbands Selbsthilfe Körperbehinderter Menschen Baden-Württemberg ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt die kontinuierlichen Bemühungen, Barrieren abzubauen und neue inklusive Angebote zu schaffen. Zahlreiche Bereiche des Schlosses, darunter große Teile der Prunkräume sowie das Modemuseum, sind heute stufenlos zugänglich. Ergänzt wird das Angebot durch barrierefreie Wege, Behindertenstellplätze, Leihrollstühle, mobile Sitzgelegenheiten und eine „Toilette für alle“.
2025 erhielt das Residenzschloss Ludwigsburg erneut das bundesweite Gütesiegel „Reisen für Alle“, das barrierefreie touristische Angebote kennzeichnet. Damit war das Schloss das erste Monument der Landesinstitution, das die Auszeichnung „Barrierefreiheit geprüft“ tragen darf. Grundlage sind strenge Kriterien, die gemeinsam mit Verbänden von Menschen mit Behinderung entwickelt wurden. Dazu gehören unter anderem induktive Höranlagen im Kassenbereich, barrierefreie Führungswege, Leihhilfsmittel sowie Führungen in Deutscher Gebärdensprache.
Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, SV Heidelberg
Neues Tastmodell des Heidelberger Schlosses
Hublift und Tastmodell: neue Wege der Inklusion.
Ein weiteres Beispiel für den stetigen Ausbau der Barrierefreiheit ist die Sammlung Domnick. Dort ermöglicht ein durch Vermögen und Bau Baden-Württemberg neu installierter Hublift auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Zugang zur mittleren Museumsebene und zum Veranstaltungsbereich. Damit können alle Besucherinnen und Besucher nahezu vollständig an Führungen und Veranstaltungen teilnehmen. Der Einbau stellte eine besondere Herausforderung dar, da das denkmalgeschützte Gebäude möglichst unverändert bleiben sollte. Nach intensiver Planung konnte der Lift beinahe unsichtbar in die Ausstellung integriert werden.
Neben solchen technischen Lösungen setzen die Staatlichen Schlösser und Gärten zunehmend auch auf inklusive Vermittlungsangebote: Ein aktuelles Beispiel ist ein neues Tastmodell von Schloss Heidelberg, das speziell für blinde und sehbehinderte Menschen entwickelt wurde. Es ermöglicht, die markante Anlage mit den Händen zu erkunden und so einen neuen Zugang zu einem der bekanntesten Kulturdenkmäler Baden-Württembergs zu gewinnen.
