Mit Verantwortung für Lebensräume.

Von der Sicherung sensibler Naturschutzflächen über Umweltbildungsprojekte bis hin zu Baumpflanzungen und Entsiegelung: Vermögen und Bau Baden-Württemberg (VB-BW) nutzt landeseigene Flächen gezielt, um Biodiversität zu fördern, Lebensräume zu entwickeln und ökologische Verantwortung nachhaltig wahrzunehmen.

Auf dem Dachboden des Schlosses entstanden dunkle, störungsarme Bereiche

Von der Brücke ins Schloss.

Das Amt Konstanz zeigt, wie Bauprojekte und Naturschutz Hand in Hand gehen. Während einer Brückensanierung richteten die Zuständigen den Dachboden des nahegelegenen Krenkinger Schlosses mit gezielten Maßnahmen als sicheres Ausweichquartier für eine Fledermauspopulation her. Das Amt hängte Fenster und Dachluken teilweise ab, baute eine Dachluke zum Einflug um, brachte Landebretter an und passte ein Fenster präzise an. Zwei Fledermauskästen des Naturschutzbeauftragten des Landkreises Konstanz ermöglichen zusätzlich die Beobachtung der Tiere.


Die Maßnahmen schützen nicht nur die Fledermäuse während der Brückensanierung, sie zeigen auch die praktische Umsetzung von Biodiversität in städtischen Bauprojekten. Das Quartier wird bereits durch einige Fledermäuse angenommen, bis zu einer vollständigen Etablierung eines neuen Standorts können jedoch Jahre vergehen.

Mit dem Apfelprojekt setzen die Projektpartner ein Zeichen für die Umweltbildung

Streuobstwiesen als Lernort.

Die landeseigenen Streuobstwiesen rund um das Schloss Ellwangen mit rund 1.200 Obstbäumen liegen mitten in einem Naturschutzgebiet und bieten wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Mit einem Apfelprojekt für vierte Klassen der Kastell-Schule Pfahlheim macht das Amt Schwäbisch Gmünd diese Biodiversität erlebbar. In vier Aktionen über das Jahr hinweg erklärte Gärtnermeister Detlev Kolb den Kindern alles über Apfelblüten, Bestäubung und den Weg zur reifen Frucht. Auch die Pflege einer Streuobstwiese stand im Fokus: Wie werden Obstbäume richtig geschnitten? Warum sind Streuobstwiesen so wichtig für unsere Umwelt? Wie wird geerntet? Ein Imker ergänzte das Projekt um die Bedeutung der Bestäuber, im Herbst pressten die Kinder aus selbst geernteten Früchten gemeinsam Apfelsaft.


Mit dem Apfelprojekt setzen die Projektpartner, die Sparkassenstiftung Ostalb, das Regierungspräsidium Stuttgart und Vermögen und Bau Schwäbisch Gmünd ein starkes Zeichen für Umweltbildung und den Erhalt der heimischen Kulturlandschaft.

Flächen sichern, Natur schützen.

Naturschutzgebiete zeigen: Gezieltes Flächenmanagement ist eine zentrale Voraussetzung für wirksamen Biodiversitätsschutz. Im Eigentum des Landes können sensible Bereiche, insbesondere Moore, nachhaltig gepflegt, entwickelt und wiedervernässt werden. Beim Besuch von Finanzstaatssekretärin Gisela Splett und Umweltstaatssekretär Andre Baumann am Madonnenberg in Schriesheim im Sommer 2025 wurde deutlich, wie Naturschutz und Weinbau seit den 1980er-Jahren erfolgreich verbunden werden. Artenreiche Wiesen, Trockenmauern und naturnah bewirtschaftete Rebflächen bieten bedrohten Arten wie Zippammer und Zaunammer Lebensraum. Zusätzliche Flächenerwerbe stärken die ökologischen Strukturen dauerhaft. Auch in der 51 Hektar großen Wacholderheide Wurmberg und Brücklein informierten sich beide Staatssekretäre vor Ort. Neue Freistellungsflächen ermöglichen künftig eine erweiterte Schafbeweidung und sichern den Lebensraum für seltene Insekten und Ackerwildkräuter. Im Kupfermoor bei Untermünkheim stärkte das Amt Heilbronn 2025 durch den Erwerb zusätzlicher Flächen gezielt den Moorschutz. Damit wird die einzige größere Moorbildung im württembergischen Unterland langfristig gesichert.

  • Ein Hang mit Reben, in der Ferne eine Ebene mit einer Ortschaft, der Himmel leicht bewölkt.


    Madonnenberg: Bedrohte Arten wie Zippammer und Zaunammer finden hier Lebensraum

  • Eine Moorfläche: im Vordergrund eine Wasserfläche mit Totholz und belaubten Ästen, im Hintergrund Büsche und Bäume.


    Kupfermoor: Hier ist der seltene Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling zuhause

    VERANT­WOR­TUNG

    Das Klimawäldchen eröffnet auch Möglichkeiten zur wissenschaftlichen Begleitforschung

    Bäume für Klima und Campus.

    Mit gezielten Baumpflanzaktionen investierten die Ämter Tübingen und Heilbronn im Jahr 2025 in Klimaschutz und Aufenthaltsqualität. Das Amt Tübingen setzte im Frühjahr 106 neue Bäume – ein Rekord. Gepflanzt wurde unter anderem beim Regierungspräsidium Tübingen, an der Hochschule Reutlingen und am Haupt- und Landgestüt Marbach sowie in Einzelgärten in Tübingen und Bad Urach. Am TechCampus der Hochschule Heilbronn startete parallel die Umwandlung versiegelter Parkplatzflächen: 530 Quadratmeter werden entsiegelt, um das bestehende Klimawäldchen zu erweitern. Der erste „Bagger-Biss“ gab im Mai 2025 den Auftakt. Über 20 Bäume sind bereits gesetzt, mehr als 100 weitere folgen. So entstehen klimaresiliente, zukunftsfähige Außenräume auf landeseigenen Flächen.