Starker Standort für Umwelt und Forschung.

Mit dem neuen Büro- und Laborgebäude stärkt Vermögen und Bau Baden-Württemberg (VB-BW) die Landesanstalt für Umwelt (LUBW) in Karlsruhe. Labore, Büros und moderne Arbeitswelten sind erstmals an einem Standort vereint. Nachhaltige Bauweise, Photovoltaik und begrünte Dächer schaffen zukunftsfähige Arbeitsbedingungen.

Facts zur Photovoltaik-Fläche.

Rund 1.027 qm

auf dem Dach des Neubaus

Rund 860 qm

fassadenintegriert

Geplant: rund 1.700 qm

Überdachung des Parkplatzes mit Photovoltaik-Modulen

Die Gebäude sind über verglaste Stege untereinander verbunden

Arbeiten unter einem Dach.

Seit der Übergabe im Juli 2025 arbeiten alle Karlsruher Mitarbeitenden der LUBW erstmals an einem gemeinsamen Standort. Auf rund 9.140 Quadratmetern vereint der Neubau moderne Labore, flexible Bürowelten und Kommunikationsbereiche. Die räumliche Zusammenführung stärkt den fachlichen Austausch und verbessert die Zusammenarbeit in Umweltanalytik, Forschung und Wissenstransfer. VB-BW Karlsruhe steuerte und realisierte die Baumaßnahme. Der Entwurf des Stuttgarter Architekturbüros hammeskrause architekten gliedert sich in ein Laborgebäude und ein kammartiges Bürogebäude. Beide Baukörper sind über verglaste Stege miteinander sowie mit dem Bestandsgebäude verbunden. So entsteht ein zusammenhängendes Ensemble aus Neubauten und Bestandsbau mit einem einheitlichen Erscheinungsbild zum Stadteingang. Gleichzeitig schafft die kompakte Bauweise Synergien in Erschließung, Ver- und Entsorgung sowie effiziente Arbeitsabläufe im täglichen Betrieb.

Ökologisch und zukunftsfähig.

Der Neubau wurde nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen geplant und setzt konsequent auf ressourcenschonende Lösungen. Photovoltaik-Flächen auf dem Dach mit über 1.000 Quadratmetern und einer Leistung von 219 kWp sowie in der Fassade mit rund 860 Quadratmetern und einer Leistung von rund 112 kWp leisten einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung. Begrünte Dachflächen verbessern das Mikroklima und unterstützen die ökologische Qualität des Standorts. Für Teile der Fundamente, Bodenplatten und Innenwände kam Recyclingbeton zum Einsatz, um den Verbrauch natürlicher Ressourcen zu reduzieren.

1.000

Quadratmeter Photovoltaik-Fläche auf dem Dach

860

Quadratmeter Photovoltaik-Fläche in der Fassade

  • Helle Bürozone im LUBW Neubau mit Pflanzen, farbigen Raumteilern und modernen Arbeitsplätzen.


    Der Neubau bietet moderne, zukunftsfähige Arbeitsmöglichkeiten

  • Modernes Labor mit weißen Arbeitsplätzen, Technikmodulen und offen geführter Infrastruktur.


    Die Labore erfüllen neuste technische Anforderungen

  • Heller Konferenzraum mit großem Tisch, umlaufenden Fenstern und modernen Deckenleuchten.


    Der Neubau wurde nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen geplant

  • Helle Aufenthaltszone mit Theke, roten Hockern und Aufzug.


    Das neue Gebäude ermöglicht kurze Wege

  • Im Vordergrund Grünflächen, im Hintergrund zwei Gebäudeteile des LUBW Standorts mit klarer Linienführung.


    Das Gebäudeensemble zeigt ein zusammenhängendes Erscheinungsbild

    EIN­BLI­CKE
    Nächste Schritte am Standort.

    In einem weiteren Bauabschnitt ist die Sanierung des Bestandsgebäudes vorgesehen. Zudem entsteht eine rund 1.700 Quadratmeter große Photovoltaik-Überdachung über den Parkplatzflächen, die zusätzliche regenerative Energie erzeugt und den Standort weiter stärkt. Mit dem neuen Gebäude schafft VB-BW moderne Arbeitsbedingungen für eine zentrale Umweltinstitution. Gleichzeitig steht der Neubau exemplarisch für eine Bauweise, die Funktionalität, Nachhaltigkeit und architektonische Qualität miteinander verbindet.

    Die Form des Kunstwerks „Bank, PD#23312“ greift Grabungen vor Ort auf

    Kunst am Bau.

    Vor dem Neubau setzt die Skulptur „Bank, PD#23312“ von Bob Gramsma (Schlieren, CH) ein markantes Zeichen. Ihre Form entstand aus einer Grabung vor Ort und wurde mit Erdmaterial und Recyclingbeton abgegossen. So verbindet das Kunstwerk den Neubau unmittelbar mit seinem Standort und greift die Themen Materialkreislauf und Nachhaltigkeit auf.


    Mit der Zeit entwickelt die Erd-Fels-Bank eine lebendige Patina aus Moosen und Kalkausblühungen, die Lebensraum für Insekten und Eidechsen bietet. Gleichzeitig dient sie als Sitzgelegenheit und Treffpunkt für Mitarbeitende und Besucher. Die Skulptur verbindet damit ökologische Funktion, künstlerischen Ausdruck und Aufenthaltsqualität im Außenraum.

    Interview mit Karen Leyk.

    Leiterin Abteilung 7, Amt Karlsruhe.



    Was macht dieses Projekt aus Ihrer Sicht besonders?


    Für uns von Vermögen und Bau Karlsruhe war es eine herausfordernde Aufgabe, die Gebäude für die LUBW als Kompetenzzentrum des Landes Baden-Württemberg zu errichten. Ziel war es, die Arbeit in Fragen des Umwelt- und Naturschutzes, der Nachhaltigkeit und des Klimawandels, des technischen Arbeitsschutzes, des Strahlenschutzes und der Produktsicherheit zu unterstützen und die Arbeitsbedingungen für die LUBW durch innovative Konzeptionen und die Gesamtunterbringung an einem Standort verbessern zu können.



    Was waren die größten Herausforderungen bei der Umsetzung?


    Große Herausforderungen waren, wie auch bei vielen anderen Projekten, die in dieser Zeit umgesetzt wurden, das Projekt in unruhigen Zeiten aufgrund der Corona-Pandemie und des Ukraine-Konflikts in ruhigem Fahrwasser zu halten und die Störungen im Projektablauf zu meistern. Die LUBW hat zudem als kritische Infrastruktur des Landes hohe Sicherheitsanforderungen, die im Gesamtkonzept umgesetzt werden mussten. Mehrere Lagezentren erfordern eine besondere Energieversorgung und Sicherheitskonzeption.



    Was zeichnet die architektonische Lösung des Neubaus aus Ihrer Sicht aus?


    Mit den Neubauten konnten vielfältige Anforderungen im Hinblick auf die städtebauliche Lösung, die Konzentration an einem Standort mit gleichzeitiger Entwicklungsmöglichkeit in der Zukunft und die Schaffung von hochwertigen Arbeitsbereichen erfüllt werden. Durch die Trennung von Büro- und Laborbereichen konnten die zur Verfügung stehenden Grundstücksflächen trotz Beschränkung hinsichtlich Gebäudehöhen maximal ausgenutzt werden. Insgesamt konnten wir durch die Gebäudepositionierung und die Einbeziehung des Bestandsgebäudes in die Gesamtkonzeption auch attraktive Außenbereiche anbieten, die die Mitarbeitenden gut annehmen. Die Freiflächen konnten wir naturnah gestalten. Wunderschön sind im Frühjahr die durch die Mohnblüte rot gefärbten Freiflächen. Auch in den Innenbereichen sowohl im Büro- als auch im Laborgebäude haben wir vielfältige Raumangebote zum internen fachlichen Austausch geschaffen. Sie bringen ein hohes Maß an Flexibilität – ideal für interdisziplinäre Zusammenarbeit, Steigerung der Arbeitseffizienz und teamübergreifende Kooperationen.



    Welche Nachhaltigkeitsaspekte waren für Sie im Projekt besonders wichtig?


    Zum einen haben wir einen sehr hohen Anteil an Recyclingbeton und viel Photovoltaik: sowohl fassadenintegriert als auch auf den Retentionsdächern und zusätzlich bei der geplanten Stellplatzüberdachung. Aber auch die grundlegende Entscheidung für einen flächenoptimierten Neubau an dieser Stelle ist ein wichtiger Aspekt für die Nachhaltigkeit der Gesamtmaßnahme. Denn durch die Integration des Bestandsgebäudes und die Aufgabe von Bestandsgebäuden und Anmietungen konnten insgesamt Flächen reduziert werden. Mit der Maßnahme ließ sich der CO2-Ausstoß deutlich reduzieren und es wurden im Außenbereich Biotope geschaffen. Die Konzeption ist auf eine zukunftsfähige Entwicklung ausgerichtet. Dies ist der Maßstab, an dem wir die Maßnahme immer wieder gemessen haben und weiterhin auch im noch anstehenden 2. Bauabschnitt messen werden.