Zwischen Geschichte und Gegenwart.

Vom mittelalterlichen Gemäuer bis zum historischen Brunnen: Vermögen und Bau Baden-Württemberg (VB-BW) bringt Bauwerke mit Geschichte in die Gegenwart. Durch Sanierung, Öffnung und neue Nutzung entstehen lebendige Orte mit Zukunft.

Die Geschichte der Burg reicht bis in das 11. Jahrhundert zurück

Historisches Ambiente neu belebt.

Seit dem 11. Jahrhundert prägt die Burg Niederalfingen hoch über dem Kochertal die Region. Heute unterstützt Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Schwäbisch Gmünd, bei der gezielten Weiterentwicklung des historischen Ensembles zu einem lebendigen Kultur- und Veranstaltungsort. 


Das Projektteam sanierte dafür die Außenbereiche und sicherte die historische Burgmauer. Zudem schuf es die infrastrukturellen Voraussetzungen für die künftige Nutzung, erschloss Flächen und verbesserte die Wegeführung und Versorgung. Diese Maßnahmen bilden die Grundlage für die schrittweise Öffnung der Anlage. Mit der Eröffnung des Biergartens am 1. Mai 2025 wurde ein weiterer Schritt für die öffentliche Nutzung erreicht. Weitere Sanierungen sind für das Jahr 2026 geplant, im Herbst 2026 soll der Eventraum fertiggestellt werden. 


So verbindet die schrittweise Öffnung der Burg aktiven Denkmalschutz mit einer nachhaltigen regionalen Belebung.
 

Ein Blick in die Vergangenheit.

Mit der Restaurierung des historischen Studentenkarzers sicherte Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Mannheim und Heidelberg, ein einzigartiges Zeugnis universitärer Kulturgeschichte. Zwei Jahre lang arbeiteten Fachleute daran, die denkmalgeschützte Stätte in der Heidelberger Altstadt dauerhaft zu erhalten.


Bis ins frühe 20. Jahrhundert unterhielt die Universität hier Arrestzellen für Studierende. Die Inhaftierten hinterließen an Wänden und Decken Zeichnungen, Malereien und Inschriften – die ältesten stammen aus dem 18. Jahrhundert. Heute zählt der als Museum genutzte Karzer mit rund 80.000 Besuchen jährlich zu den besonderen Attraktionen Heidelbergs.


Seit Herbst 2022 setzte das Amt in Abstimmung mit den Denkmalbehörden die Gebäudehülle instand und konservierte behutsam die außergewöhnlichen Wand- und Deckenmalereien. Angesichts vielfältiger Schadensbilder sicherten die Maßnahmen dauerhaft dieses einzigartige Zeugnis studentischer Kulturgeschichte.

 

Ein historischer Raum mit Zeichnungen und Malereien an den Wänden. Mehrere Ausstellungsstücke, u. an. eine Tür in einem Gestell.

Behutsame Konservierungen und umfassende Dach- und Fassadeninstandsetzungen

An der Rückseite des Gebäudes gibt es nun einen direkten barrierefreien Zugang

Barrierefrei, sicher und modern.

Pünktlich zum Start der Landesausstellung zum 500-jährigen Jubiläum des Bauernkriegs 2025 ertüchtigte Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Ulm, das Neue Kloster Bad Schussenried. Das Projektteam verbesserte den barrierefreien Zugang, setzte aktuelle Brandschutzanforderungen um und modernisierte Ausstellungs- sowie Gastronomiebereiche.


Eine neue Rampe im Innenhof des Westflügels macht den Eingangsbereich und die Ausstellungsräume stufenlos erreichbar, das Untergeschoss mit Café ebenso. Barrierefreie WC-Anlagen, Rauchabschnitte, nachgerüstete Türen und optimierte Fluchtwege erhöhen Sicherheit und Komfort. Gleichzeitig schufen die Projektzuständigen moderne Bodenbeläge, neu gestaltete Wände, zeitgemäße Verdunklung und eine Akustikdecke im Veranstaltungssaal, ergänzt durch Medien- und Beleuchtungstechnik.


So hat Vermögen und Bau einen zukunftsfähigen Rahmen für die Landesausstellung 2025 und für kommende kulturelle Formate geschaffen. Mehr erfahren!
 

Startklar für die Gartenschau 2027.

Im Sommer 2026 öffnet das Residenzschloss Bad Urach nach umfassender Sanierung wieder seine Tore. Pünktlich zur Gartenschau 2027 endet die fast dreijährige Schließzeit des Kulturdenkmals. Die Maßnahmen sichern den historischen Bestand, ermöglichen eine neue Ausstellungskonzeption und schaffen gleichzeitig moderne Räume für kulturelle Veranstaltungen. Die Arbeiten verbinden denkmalgerechte Instandhaltung mit technischer Modernisierung, um das identitätsstiftende Gebäude dauerhaft zu bewahren und für neue Nutzungen zu öffnen.


Historie, Garten und Planung
Das im Jahr 1400 fertiggestellte Schloss hat in seiner Geschichte viele Veränderungen erlebt. Bereits in den 1960er-Jahren erforderten statische Mängel den Ersatz von Holzbalken durch Stahlträger; damals kamen auch Wandmalereien im Palmensaal zum Vorschein. Aktuelle Untersuchungen förderten weitere historische Mauerreste zutage, die dokumentiert wurden und in die neue Ausstellung mit einfließen. Ein Highlight ist der neue museale Renaissancegarten, der über den Schlosshof erschlossen ist. Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Tübingen, entwickelte das Konzept in Abstimmung mit den Beteiligten der Staatlichen Schlösser und Gärten, um das Monument mit einem neuen touristischen Erlebnisraum zu verbinden.


Technik, Sicherheit und Umsetzung
Ein neues Fluchttreppenhaus erfüllt die aktuellen Brandschutzvorgaben und dient als zweiter Rettungsweg. Ergänzt durch ein modernes Lichtkonzept und Akustikmaßnahmen, ist der Palmensaal nun flexibel für Veranstaltungen nutzbar. Eine neue Pellets-Heizungsanlage, überarbeitete Fenster und Wandaufbauten verbessern die Energiebilanz. Zudem schützt eine neue Klima- und Sicherheitstechnik zukünftig die Exponate. An der Fassade tauschten Fachleute schadhaftes Fachwerk aus und Restauratoren überarbeiteten alle Anstriche und Wandmalereien. Seit 2024 investierte das Land rund 12,8 Millionen Euro in die Baumaßnahmen.

  • Ein eingerüstetes, historisches Gebäude inmitten einer Bebauung, dahinter ein Turmdrehkran.


    Sanierung der historischen Fassade

  • Vergrößerte Aufnahme: ein Bohrer bohrt in Holz. An der Bohrstelle sind Holzspäne zu sehen.


    Arbeiten am historischen Fachwerk

  • Baustellen-Atmosphäre in einem historischen Raum mit Stuck an Wänden und Decke. Elektrokabel ragen aus Decke und Wänden, diverse Handwerkerutensilien sind verteilt.


    Historischer Saal im Residenzschloss Bad Urach während der Sanierung

    SA­NIE­RUNG

    Seit dem Ende des 2. Weltkriegs war der Brunnen außer Betrieb

    Vom Dornröschenschlaf zum Trinkbrunnen.

    Mitten im Herzen der Stuttgarter Innenstadt, am Schlossplatz und in direkter Nähe zum Prinzenbau, sprudelt seit Kurzem wieder ein Stück Stadtgeschichte: Der Kanzleibogenbrunnen ist nach einer umfassenden Sanierung durch Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Stuttgart, wieder in Betrieb und liefert nun sogar frisches Trinkwasser.


    Der historische Brunnen von 1787 verbindet damit Denkmalpflege, Stadtbild und öffentliche Daseinsvorsorge auf besondere Weise. Im Zuge der Sanierung wurden Natursteine gereinigt und ergänzt, abgesackte Bereiche stabilisiert und die komplette Wassertechnik erneuert. So verbindet der Kanzleibogenbrunnen heute baukulturelles Erbe mit moderner Trinkwasserversorgung und trägt zur Aufenthaltsqualität und zum Hitzeschutz der Bürgerinnen und Bürger bei.

    Facts.
    • 1 von 115 kostenlosen Trinkwasserbrunnen in Stuttgart
    • Stil: frühklassizistisch
    • 12 Tonnen Wassermenge im historischen Natursteinbecken