Im Sommer 2026 öffnet das Residenzschloss Bad Urach nach umfassender Sanierung wieder seine Tore. Pünktlich zur Gartenschau 2027 endet die fast dreijährige Schließzeit des Kulturdenkmals. Die Maßnahmen sichern den historischen Bestand, ermöglichen eine neue Ausstellungskonzeption und schaffen gleichzeitig moderne Räume für kulturelle Veranstaltungen. Die Arbeiten verbinden denkmalgerechte Instandhaltung mit technischer Modernisierung, um das identitätsstiftende Gebäude dauerhaft zu bewahren und für neue Nutzungen zu öffnen.
Historie, Garten und Planung
Das im Jahr 1400 fertiggestellte Schloss hat in seiner Geschichte viele Veränderungen erlebt. Bereits in den 1960er-Jahren erforderten statische Mängel den Ersatz von Holzbalken durch Stahlträger; damals kamen auch Wandmalereien im Palmensaal zum Vorschein. Aktuelle Untersuchungen förderten weitere historische Mauerreste zutage, die dokumentiert wurden und in die neue Ausstellung mit einfließen. Ein Highlight ist der neue museale Renaissancegarten, der über den Schlosshof erschlossen ist. Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Tübingen, entwickelte das Konzept in Abstimmung mit den Beteiligten der Staatlichen Schlösser und Gärten, um das Monument mit einem neuen touristischen Erlebnisraum zu verbinden.
Technik, Sicherheit und Umsetzung
Ein neues Fluchttreppenhaus erfüllt die aktuellen Brandschutzvorgaben und dient als zweiter Rettungsweg. Ergänzt durch ein modernes Lichtkonzept und Akustikmaßnahmen, ist der Palmensaal nun flexibel für Veranstaltungen nutzbar. Eine neue Pellets-Heizungsanlage, überarbeitete Fenster und Wandaufbauten verbessern die Energiebilanz. Zudem schützt eine neue Klima- und Sicherheitstechnik zukünftig die Exponate. An der Fassade tauschten Fachleute schadhaftes Fachwerk aus und Restauratoren überarbeiteten alle Anstriche und Wandmalereien. Seit 2024 investierte das Land rund 12,8 Millionen Euro in die Baumaßnahmen.
